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BSV Phila 1968 Kaldenkirchen e.V.

Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Philatelisten Linker Niederrhein.

Sonderwerbeeinsätze der Freistempelmaschinen der Stadtverwaltung


Bearbeiter: Konrad Achtert, BSV Phila 1968 Kaldenkirchen e.V. - (Stand 1990)

Allgemeine Vorstellung der Stadt Nettetal

Die Stadt Nettetal ist eine Flächengemeinde in der Größe von rund 84 Quadratkilometer und einer Ausdehnung in der Richtung Nord - Süd von 12.4 km und in der Richtung West - Ost von 11.7 km. In der Stadt Nettetal wohnen rund 39.300 Einwohner. Davon haben 12.700 ihren Wohnsitz im Stadtteil Lobberich, 10.700 im Stadtteil Breyell, 9300 im Stadtteil Kaldenkirchen, 4.800 im Stadtteil Hinsbeck und 1.800 im Stadtteil Leuth.[1]

Die Stadt Nettetal wurde auf Grund des "Gesetzes über die Neugliederung des Kreises Kempen - Krefeld und der kreisfreien Stadt Viersen vom 29.12.1969" zum 01.01.1970 gebildet. Damit wurden die oben genannten früher selbständigen kommunalen Städte und Gemeinden zu Stadtteilen der Stadt Nettetal. Die Stadt Nettetal hat in den zurückliegenden Jahren eine sehr beachtliche Entwicklung genommen. Ihre Anstrengungen richteten sich schwerpunktmäßig auf die Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben, auf die Sanierung der Stadtteilkerne von Lobberich, Kaldenkirchen und Breyell, sowie auf die Entwicklung neuer Wohngebiete einschließlich der dafür notwendigen Infrastruktur. Leider reichten daher die finanziellen Kräfte der Stadt nicht mehr aus, auch noch ein zentrales Verwaltungsgebäude für die Stadtverwaltung zu errichten. Und so haben wir seit dem 01.01.1970 die Tatsache zu verzeichnen, dass in Nettetal die Verwaltungsstellen über die Stadtteile verteilt untergebracht sind.

Dies führte zwangsläufig dazu, dass bei den verschiedenen Verwaltungsstellen für den Postausgang Frankiermaschinen vorgehalten werden müssen. Aus diesem Grunde gibt es Freistempelabdrucke der Stadtverwaltung mit verschiedenen Nettetaler Postamtsnummern. Einzelheiten dazu werden bei der Beschreibung der verschiedenen Werbestempel-Einsätze mitgeteilt.

Wie es zu den Sonder-Werbe-Einsätzen kam.

Der Autor dieser Arbeit ist seit dem 01.04.1971 Mitglied des Briefmarken - Sammler - Vereines Phila 1968 Kaldenkirchen e.V. - kurz BSV - genannt und hielt dort in einer Veranstaltungsreihe Vorträge über "Stempelkunde" Bei der Beschäftigung mit dem Thema blieb es nicht aus, dass eine Beziehung zu dem Stempelabdrucken von Freistempelmaschinen entstand. Weil dabei deutlich wurde, dass diese Stempelgeräte von Firmen, Behörden, Banken usw. auf vielfältige Weise für Werbezwecke genutzt wurden, hatte er etwa zu Beginn des Jahres 1987 ein Gespräch mit dem damaligen Nettetaler Stadtdirektor Christian Weisbrich gesucht und dabei angeregt, auch die städtischen Freistempelmaschinen in den Dienst der Werbung für die örtlichen bürgerschaftlichen Vereinigungen zu stellen.

In den Werbeklischees der Freistempelmaschinen sollte auf bestimmte große städtische Veranstaltungen, Jubiläen, Stadtfeste, Denkmalübergaben und ähnliche Ereignisse hingewiesen und damit für sie geworben werden. Der Stadtdirektor hat in seinem Hause abklären lassen, ob dies überhaupt möglich sei und mit welchen Kosten im Einzelfall gerechnet werden müsse.

Danach hat er mündlich erklärt, die Stadt werde den Gedanken aufnehmen und künftig etwa wie folgt verfahren:

Die Stadtverwaltung hat entsprechend ihrer Richtlinien seither eine ganze Reihe von Ereignissen aufgegriffen und mit entsprechenden Werbeklischees in den verschiedenen Frankiermaschinen begleitet. Der Stadtdirektor Peter Ottmann gestattete für diese Arbeit die Einsichtnahme des Autors in die entsprechenden Hausakten und die Verwendung der darin enthaltenen Informationen zum Thema. Hier soll ein erster Versuch gemacht werden, den Sachverhalt zu dokumentieren.


90 Jahre Musikverein Kaldenkirchen 05.05.1990

Der Anlass Weit im Vorfeld des Ereignisses, nämlich des 90. Jahrestages der Gründung des Musikvereines Kaldenkirchen - gleichzeitig auch Kreisfeuerwehrkapelle - wurde der Autor vom 2. Vorsitzenden und damaligen Dirigenten, Josef Jansen, darauf angesprochen, ob er bei der Herstellung der Festschrift behilflich sein könnte. Die dadurch gewonnene Kenntnis veranlasste den Autor, dem damaligen Stadtdirektor Christian Weisbrich unter dem Datum vom 22.02.1990 einen Brief zu schreiben.

Der wesentliche Inhalt ist:

"Heute möchte ich Sie auf ein Ereignis im Stadtteil Kaldenkirchen aufmerksam machen, dass nach meiner Meinung geeignet ist, im städtischen Freistempler gewürdigt zu werden. Der Musikverein Kaldenkirchen wird in diesem Jahre, am 05.05.1990, das 90 jährige Bestehen feiern. Der Musikverein hat aus diesem Anlass eine Festschrift in der Bürgerschaft verkauft, aus der die Abfolge des Festes und die Geschichte der Kapelle abgelesen werden kann."

Der Stempel

Der Entwurf des Werbeklischees wurde von Herrn Ropertz aus dem Baudezernat auf dem PC hergestellt. Es wurde der Rahmen der beiden bisherigen Klischees verwendet. Der Entwurf wurde mit dem Vorsitzenden des Musikvereines Karl-Heinz Adams, der auch ein langjähriges Mitglied im BSV Phila 1968 Kaldenkirchen e.V. ist, abgestimmt. Im linken Feld befindet sich der Text "Festtage 05.-06.05.1990". Im rechten, größeren Feld, befindet sich ein musikalisches Emblem und der Text "90 Jahre Musikverein (Kreisfeuerwehrkapelle) Nettetal - Kaldenkirchen". Im darunter befindlichen Schmalfeld ist "Stadtverwaltung" zu lesen.

Die Stadt Nettetal hat am 15.03.1990 die Anfertigung eines Werbeklischees für ihr Francotyp Gerät CC 6000/237.740 bei der Francotyp Vertriebs GmbH Düsseldorf in Auftrag gegeben. Diese Maschine ist seit dem 02.10.1984 in Betrieb. Geliefert wurde das Klischee mit Rechnung vom 19.04.1990 zum Preise vom 376.20 DM.

Maschine B 23 7740 Stempel 3

Die Verwendung

Das Werbeklischee wurde in die oben genannte Frankiermaschine bei der Verwaltungsstelle im Stadtteil Kaldenkirchen montiert. Aus diesem Grunde ist auch das Postamt mit Nettetal 2 bezeichnet. Dieser Stempel führt die Bezeichnung B 23 7740. Die Frankiermaschine ist im Vorzimmer des Amtsleiters im Dezernat I - Amt 20 - im Verwaltungsgebäude Kehrstraße 43 aufgestellt.

Der Postausgang aus diesem Dienstbereich wird mit dieser Maschine frankiert. Hinzu kommt noch der Postausgang aus dem städtischen Kindergarten und der Kreispolizeidienststelle Kaldenkirchen.

Das Werbeklischee wurde am 26.04.1990 montiert und von diesem Datum ab bis mindestens zum 31.05.1990 verwendet. Jedenfalls liegt ein entsprechender Beleg mit diesem Datum vor. Damit war der Stempel mindestens 1 Monat und 1 Tag im Einsatz, die dienstfreien Wochenenden eingeschlossen. Sicherlich ist es nicht übertrieben, wenn festgestellt wird, es kann nur sehr wenige Belege mit diesem Stempelabdruck geben, weil der Umfang des Postausganges nicht besonders groß ist. Ungewöhnliche Versandarten oder hohe Portostufen dürften den Sammler veranlassen, einen entsprechenden Beleg auf alle Fälle zu erwerben. Der BSV Phila 1968 hat einen Nullabdruck mit Datum des Montagetages als Belegexemplar für seine Heimatsammlung erhalten.

Bild Sonderwerbestempel Musikverein
Stempelmaschine in der Kämmerei Kaldenkirchen


1. Lobbericher Ferkesmarkt am 28.10.1990

Der Anlass

In der Ausgabe Nr. 123 vom Februar 1990 des "Trödler & Antiquitätenmagazin" war auf Seite 74 eine Anzeige des VVV Lobberich abgedruckt, in der für den 1. großen Ferkesmarkt in Lobberich, am 28.10.1990 geworben wurde. Der Autor lichtete diese Anzeige ab und fügte sie seinem Schreiben mit Datum vom 03.05.1990 an den Stadtdirektor Peter Ottmann bei. Der wesentliche Inhalt des Schreibens bestand aus dem folgenden Text:

"Heute möchte ich Sie auf ein Ereignis im Stadtteil Lobberich aufmerksam machen, dass nach meiner Meinung geeignet ist, im städtischen Freistempler gewürdigt zu werden. Der VVV Lobberich will am Sonntag, den 28.10.1990 den historisch belegten "Ferkesmarkt" wieder ins Leben rufen. Es könnte für die Stadt sehr nützlich sein, für diese Veranstaltung in Lobberich zu werben. Wegen des Textes müsste mit dem Vorsitzenden des VVV Lobberich, Herrn Bürgermeister Karl Reulen, gesprochen werden".

Für die Veranstaltung wurde intensiv geworben und so kam eine überwältigende Beteiligung von Beschickern wie von Besuchern zustande. Leider hatte der Wettergott kein Einsehen; es war nach Zeitungsberichten, wie nach dem persönlichen Erlebnis "saukalt" und "saumäßig nass".

Der Stempel

Herr Ropertz vom Baudezernat erarbeitete mit dem PC einen Entwurf für das Werbeklischee. Es wurde eine gegenüber der 1000 Jahr-Feier geänderte Stadtsilhouette von Lobberich im Rechteck verwendet. Darin eingearbeitet waren mehrere Ferkel und der Schriftzug Lobbericher Ferkesmarkt. Über der Silhouette stand die Datumszeile "28. Oktober 1990". Im Schmalfeld darunter befand sich "Stadtverwaltung".

Mit Datum vom 25.07.1990 wurde die Fa. Stielow GmbH & Co KG in Norderstedt damit beauftragt, das Klischee herzustellen und zu liefern. Die Lieferung erfolgte am 03.09.1990. Die Rechnung für das Klischee betrug 290.00 DM. Das Klischee wurde am 17.09.1990 in die Frankiermaschine mit der Bezeichnung H 01 1408 montiert und ab diesem Zeitpunkt verwendet. Der BSV hat ein Belegstück für seine Heimatsammlung mit Nullabdruck erhalten.

Die Stadt Nettetal hat mit Schreiben vom 18.09.1990 die örtliche Presse gleichlautend über die Verwendung des neuen Werbeklischees unterrichtet. Alle Zeitungen haben das Werbeklischee mit einer entsprechenden Begleitnotiz veröffentlicht.

Maschine H 01 1408 Stempel 4

Die Verwendung

Die Frankiermaschine H 01 1408 befindet sich bei der Botenmeisterei im Haus Erlenbruch.

Der Werbeeinsatz wurde nach Angaben der Stadtverwaltung am 29.10.1990 aus der Frankiermaschine wieder ausgebaut. Er war damit vom 17.09.1990 bis zum 28.10.1990 in Betrieb. Praktisch bedeutet das, der Verwendungszeitraum beträgt 1 Monat und 12 Tage einschließlich der Wochenenden. Daher dürfte es nicht übertrieben sein, festzustellen, es vermutlich werden nur sehr wenige Stempelabdrucke erhalten geblieben sein. Jedenfalls dürften besondere Versandarten und ungewöhnliche Portostufen auf Tauschtagen nur selten angeboten werden. Geschieht es dennoch, sollte zugegriffen werden.

BIld: Sonderstempel Ferkesmarkt
Stempelmaschine im Hauptamt – Haus Erlenbruch - Botenmeisterei


10 Jahre VLN in Kaldenkirchen am 23. September 1990

Der Anlass

Gegen Ende Februar 1990 erhielt der Stadtdirektor Christian Weisbrich ein Schreiben mit Datum vom 21.02.1990 indem er wie es dort heißt, auf ein Ereignis im Stadtteil Kaldenkirchen aufmerksam gemacht wird, das geeignet ist, im städtischen Freistempler gewürdigt zu werden. Der Verein Linker Niederrhein im Stadtteil Kaldenkirchen werde im September 1990 sein 10 jähriges Bestehen feiern. Die Ziele und die Aktivitäten dieses Vereines seien durch regelmäßige Presseberichte hinlänglich bekannt. Bezüglich des Werbetextes sollte mit dem Vorsitzenden Kiesteiner gesprochen werden. Nach Ablauf der Benutzungszeit könne das Klischee für weitere Jubiläen vorrätig gehalten werden.

Der Vorschlag wurde in der Verwaltungskonferenz beraten und wegen der kurzen Dauer des Vereinsbestehens abgelehnt. Man wollte erst ab 25 Jahre Vereinsbestehen reagieren. Nach der Neuwahl von Peter Ottmann zum Stadtdirektor in Nettetal wurde der Vorschlag erneuert. In der Verwaltungskonferenz wurde daraufhin beschlossen, einen mehr allgemeinen und Stadtorientierten Ansatz zu suchen und für das Wandern im Naturpark überhaupt zu werben.
Am 23.08.1990 erhielt Herr Ropertz den Auftrag, 2 Werbeklischees mit den Texten "Schritt für Schritt Seen - Wandern in Nettetal " und "Schritt für Schritt fit - Wandern in Nettetal", anzufertigen.

Der Stempel

Mit Schreiben vom 18.09.1990 erhielt die Francotyp Vertriebs GmbH in Düsseldorf den Auftrag, den beigefügten Entwurf eiligst anzufertigen. Das Stempelgerät Francotyp CC 6000/237.740 befinde sich in der Kehrstraße 43 im Vorzimmer des Kämmerers.

Das Klischee wurde mit Rechnung über 376.20 DM mit Datum vom 19.10.1990 Bild Nr. 237740 geliefert. Neben dem schon beschriebenen Text wird das Bild von 2, nach links gehender Wanderer, in einer Landschaft gezeigt.

Machine B 23 7740 Stempel 4

Die Verwendung

Das Werbeklischee wurde am 06.11.1990 in die Frankiermaschine B 23 7740 eingebaut und verwendet. Bezüglich des Postanfalles und der Organisation der Verwaltungsstelle trifft zu, was beim Stempel "90 Jahre Musikverein Kaldenkirchen" gesagt wurde. Der BSV erhielt mehrere Nullabdrucke zur freien Verwendung. 1 Exemplar erhielt der Betreuer der Heimatsammlung des BSV, Peter Aldenhofen, am 07.11.1990 anlässlich der Weihnachtsfeier. Das Werbeklischee war bis zur Montage des Werbeklischees für das Jubiläum 150 Jahre Realschule Kaldenkirchen am 01.05.1991 in Betrieb. Der Werbeeinsatz wurde somit rechnerisch 5 Monate und 15 Tage verwendet, die dienstfreien Wochenenden eingeschlossen.

Bild: Sonderwerbestempel "Wandern"
Stempelmaschine in der Kämmerei in Kaldenkirchen